Des Wetters wegen!

„Das ist ein Wetter, oder? So kalt!“
„Es soll noch kälter werden.“

„Sie, hören Sie blos auf.“
„Wieso ich? Sie haben doch das Wetter bestellt!“

Gelächter. Wir lachen beide.

„Zum Cafe V….. bitte.“
„Sie müssen sich anschnallen“, sagt sie zu mir, weil dieses Dingsbums da piepst.

„Oh, ich muss nicht.“
„Sie mussen nicht?“ fragt sie erstaunt.
„Nein, ich muss nicht. Ich bin als Taxifahrer befreit.“
„Aha!“
„Ja, falls Sie mich überfallen. Damit ich schnell aussteigen kann.“
„Und wieso piepst das Ding dann?“ fragt sie mich erstaunt.
„Weil das Auto es noch nicht kapiert hat, dass es ein Taxi ist!“

Wieder Gelächter.

„Sie kenne ich nicht. Sind Sie neu? Ich weiß gar nicht wo der die alle so plötzlich herholt!“
„So plötzlich. Die herholt?“ frage ich.

„Ja, seine Fahrer. Die meisten arbeiten aus Aushilfe.“
„Ja, ich auch!“
„Ach, Sie auch?“
„Ja!“

Kurze Stille.

„So, jetzt gehe ich meine Verpflichtungen erfüllen!“
„Die da wären?“ frage ich.

„Kennen Sie den B…..?“ fragt sie mich.
„Ja, kenne ich!“
„Wer kennt das nicht? Diese versiffte Kneipe. Die Oma ist ganz unglücklich, weiler keiner mehr Zeit hat für Sie. Sie ist depressiv. Ich gehe dorthin für drei Stunden und höre ihr zu!“

„Oh, schön!“ sage ich.

„Sie sagen schön. Ich bin der Meinung, die die sich mit diesen Menschen beschäftigen – in Altersheimen und so – werden unterbezahlt. Auch in den Wohnheimen und so, oder“?

„Ja, da gebe ich Ihnen Recht. Erstens habe ich selber eine behinderte Tochter und zweitens, in meinem Hauptberuf mache ich das was Sie Verpflichtungen nennen.“

„Ahaaa, ja wirklich?“
„Ja wirklich!“

„Wo kommen Sie her?“
„Ich bin Grieche. Ich komme aus Griechenland!“

„Sie, da kenne ich jemanden, der hat hier alles verkauft und hat sich in Griechenland – ich weiß nicht wo – ein Grundstück gekauft. Der ist dorthin wegen dem Wetter!“

„Wegen des Wetters!“ meine ich mit einem Lächeln im Mund.
„Wie?“
„Wegen des Wetters!“

Wir lachen gemeinsam. Schön, dass Sie den Spaß verstanden hat.
Sie erzähltmir über diesen Mann und sagt dann: „Ich muss da mal hin. Wegen dem Wetter. Äh, wegen DES Wetters!“ Sie betont das Wort „des“. Und lacht dabei.

„Genau, des Wetters. Verschwäbeln Sie sich nicht. Sie sind koi Schwob, oder“?

Wieder lautes Gelächter im Auto.

„Nein, ich bin keine Schwäbin. Und ausserdem, in meimem Alterverschwäbelt sich keiner. Ich bin 93.“

Wir sind angekommen!

„Vllt. sehen wir uns ja wieder. Heute. In drei Stunden. Muss ja wieder zurück. Also bis dann!“
„Schöne Zeit Ihnen erstmal.“
„Ja, Ihnen auch!“

(c) georg mouratidis
Habt ihr auch Geschichten die ihr im Taxi erlebt habt?
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Egal ob Taxifahrer oder Taxigast!
Schickt sie mir an georg.mouratidis@seiderdubist.de
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