Ohne Worte

Ich komme zurück von einer Fahrt und gehe zum Taxi vor mir, zu meinem Kollegen.
Ich sehe wie mein Kollege sich mit einem Mann unterhält. Der Mann zählt Geld.

Ich höre meinen Kollegen sagen: „Lass mich mal sehen ob das 25 Euro sind. Ich möchte dich nicht nach Friolzheim fahren und dann hast du nicht genug Geld.“

Der Mann (anscheinend ziemlich stark alkoholosiert) sagt: „Nach Wiernsheim!“
Mein Kollege sagt: „Nach Wiernsheim wird dich das ca. 40 Euro kosten. Du hast Friolzheim gesagt.“
Der Mann sagt dann: „Dann fahre mich halt nach Friolzheim“
Kollege: „Hast du genugn Geld? Lass mich selber zählen“

Plötzlich fängt der Mann laut zu werden. Sehr laut. Da erkenne ich, dass er tatsächlich sehr stark alkoholisiert ist. Er sagt:“ Bist du jetzt ein Arschloch oder was?“.

Ich sehe wie mein Kollege sich vor dem Mann aufbäumt, wie zwei Kampfhähne plustern sich beide auf. Jetzt wird mein Kollege laut. Sehr lat. Schreit ihn an und sagt:“ Schrei mich nicht an, sonst fliegst du raus!“

Der Mann schreit zurück. Mein Kollege steigt aus läuft um den Wagen herum, öffnet die Tür und zerrt den stark alkoholisierten Mann aus dem Auto. Nimmt die Armseligkeiten des Mannes aus dem Auto und schmeisst sie auf dem Boden. Handy, Geld, Schlüssel u.s.w. Schreit den Mann an auf dem Boden und lässt ihn liegen. Kommt um das Auto herum und sagt:“ So, erledigt!“. Ein anderer Taxikollege stimmt ihm zu.

Ich sage zu meinem Kollegen:“Es gefällt mir nicht wie du mit dem Mann umgehst. Absolut nicht.“
Kollege antwortet:“ So what?“

Der stark alkoholisierte Mann schreit auf den andere Seiten des Wagens:“ Du räumst meine Sachen auf. Ich räum sie nicht auf!“ Kommt um die Ecke und spricht auf meinen Kollegen ein er solle seine Sachen aufräumen. Der Kollege ignoriert ihn erst, dann sagt er:“ Lass alles liegen, mir doch egal!.“

Ich gehe auf den stark alkoholiserten Mann zu, lege meinen Arm um seine Taillie und beruhige ihn. Ich mache ihm klar, dass, wenn er seine Sachen icht aufräumt diese hier leigen bleiben werden und er sie wohl verlieren wird.

Während ich so auf diesen Mann zugehe schreit mein Kollege: „Lass ihn gehen, lass das. Er wird an die kleben wie eine Klette!“. Ich reagiere nicht drauf. Ich kümmre mich um den Mann. Er räumt seine Sachen auf und geht. Erstmal.

Mein Kollege kommt auf mich zu und sagt: „Das kannst du mit den Menschen tagsüber machen. So kannst du nur tagsüber mit Menschen umgehen aber nicht nachts. Da sind die Menschen anders drauf!“

Meine Antwort war: „Für mich sind es auch Menschen. Tagsüber wie auch nachts. Und es gefällt mir nicht wie du mit diesem Mann umgehst. Absolut gar nicht! Und ich möchte mit dir nicht mehr reden!“

Plötzloch fängt mein Kollege mich „anzumachen“, weil bei ihm ankam, dass ich gar nicht mit ihm reden möchte. Ich habe ihm dann verständlich gemacht, dass ich mit ihm nicth mehr über das Thema reden möchte. Ihn als Person respektiere ich weiterhin!“. Er beruhigte sich wieder.

Doch das ganze ging ihm wohl nach. Denn er redete immer noch – auch noch eine halbe Stunde danach – über diese Situation. Er hat mir seinen Standpunkt – sein Bedürfnis – klarzumachen versucht. Und ich habe ihm mein Bedürfnis vermittelt. Ob wir wohl jemals zusammenkommen werden, was diese Haltung betrifft? Hm, keine Ahnung!

(c) georg mouratidis
Habt ihr auch Geschichten die ihr im Taxi erlebt habt?
Wollt ihr sie hier veröffnetlichen?
Egal ob Taxifahrer oder Taxigast! 
Schickt sie mir an georg.mouratidis@seiderdubist.de
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