Susi

Ganz leise und vorsichtig klopf es am Autofenster rechts. So sachte, dass ich das fast nicht wahrgenommen habe. Ich schau fragend in die Richtung und sehe eine Frau. Sie schaut durch die geschlossene Scheibe. Fragend, als wolle sie fragen:“ Sind Sie frei!“

Ich lege mein Buch weg. Sie deuten das wohl, als „steigen sie ein“, denn sie öffnet die Tür und setzt sich rein. „Habe ich sie erschreckt?“. „Oh, wie kann mich so eine hübsche Frau denn erschrecken?“ frage ich sie. Sie lächelt.

„Zum Schiller bitte!“

„Was ist das?“ frage ich.

„Ein Puff???“ antwortet sie fragend und gleichzeitg erstaunt. Dass ich das als Taxifahrer nicht wisse!

„Schön“ antworte ich. „Und ich brauche dennoch eine Adresse! Ich kenne zwar einige Puffs hier, doch diesen nicht.“

„Ah ok“ sagt sie und sagt mir die Adresse.

Ich fahre los. „Und, Sie arbeiten dort?“ frage ich.

„Ja, „sagt sie. „Was soll ich tun, wenn ich Sex so liebe.“ antwortet sie mir fast entschuldigend. Denn sie fügt noch hinzu, dass sie als Dolmetscherin selbstständig ist. Und das hier ist ihr Hobby, ihr Spaß.

„Oh“ sage ich „ich liebe auch Sex. Daran ist nichst Schlimmes, finde ich!“

„Ich kenne viele Männer“ sagt Sie „die mir erzählen, dass ihre Frauen frigide sind. Und bestimmt seit mind. 6 Jahre keinen Sex miteinander haben. Oder sie haben einfach keine Lust u.s.w“.

„Das kann ich mir gut vorstellen“ antworte ich. „Solche Männer kenne ich auch“ sage ich und lache dabei.“

„Tja, ich bin Nymphomanin“ sagt sie. „Das ist eine Sucht, ja eine Krankhet sogar.. Ich war schon bei mienem Psychologen. Ich habe das mit ihm besprochen. Ich gehe dieses Problem an. Doch ich komme davon nicht weg. Ich brauche das.“

„Wenn du eine Nymphomanin bist, bist du denn überhaupt befriedigt. Empfindest du denn auch mal einen Höhepunkt?“

Ich kenne meinen Körper und ich kann es steuern. Wann ich komme, wie oft ich komme, wann ich nicht komme u.s.w“.

Das beantwortet zwar meine Frage nicht, dachte ich mir, aber ok.

Ich höre ihr interessiert und geduldig zu. Sie erzählt mir sehr viel von sich.

„Da vorne ist es. Das Haus am Eck“.

Wir sind angekommen.

„Vielen Dank für das angenehme und interessante Gespräch“ sage ich ihr.

„Ehrlich?“ fragt sie erstaunt.

„Ja“ sage ich, „ehrlich. Wieso fragen Sie das so?“

„Oh, ich habe auch andere Männer kennen gelernt“.

„Mich interessiert nicht was für ein Hobby sie haben. Mich interessieren Sie als Mensch. Ihre Geschichte die sie mir erzählt haben. Und das fand ich sehr angenehm.“

„Dann besuchen Sie mich doch mal hier“ sagt Sie.

„Oh, ich bezahle kein Geld für das. Ich gehe nicht in den Puff.“

„Schade“ sagt Sie.

„Wie heißt du?“ frage ich sie.

„Susi“ sagt sie.

„Darf ich fragen wie jung du bist?“

„22“ antwortet sie.

„Ok, Susi. Kann man dich denn auch privat buchen?“

„Ja“, sagt sie, „ich kann dir gerne meine Geschäftshandynummer geben, wenn du magst. Und wenn du mich vermittelst gibt es Provision!“

(c) georg mouratidis

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