Die drei von der Tankstelle…

…äh, vom McDonalds

Ich fahre zum McDonalds. Stehe auf dem Parklpatz und warte bis der Gast kommt.
Ein Mann kommt auf das Taxi zu, schreit hinter sich „Auf Thomas komm jetzt!“.
Er öffnet die Tür, schaut zurück – denn Thomas will offensichtlich nicht kommen – und ruft nochmal: „Auf jetzt, kommt endlich!“

Das scheint wohl zu fruchten. Ein Mann und ein etwas Jüngerer kommen zum Taxi und steigen ein. Der Jüngere setzt sich neben mich und hält zwei Gläser in der Hand.
„Stell bitte die Gläser auf den Boden!“
„Auf den Boden?“
„Ja, bitte!“

Der junge Mann sagt: „Blaubeurer Weg bitte. Im Ezach!“
„Wir wollen alle zum Blaubeurer Weg“ sagt der Mann der nach Thomas gerufen hat.

Ich mache die Zündung an und möchte losfahren. Plötzlich bemerke ich, durch meinen Aussenspiegel, eine Zigarette.

„Raucht jemand etwa im Taxi?“ frage ich.
„Oh ja“ sagt der Mann hinter mir.
„Raus damit“ sage ich.
„Thomas, schmeiss die Zigarette weg“ sagt der Mann der nach Thomas gerufen hat. Jetzt weiß ich nun wer Thomas ist. „Er hat es vergessen“ sagt er zu mir. Irgendwie nehme ich eine „herablassende“ Haltung in seiner Stimme. Ich überlege kurz was ich antworte und sage: „Deshalb bin ich ja hier. Um darauf hinzuweisen!“

„Also Blaubeurer Weg, ja? Alle drei?“

„Wir wollen alle in den Blaubeurer Weg.
Ich wohne in der Gmünderstraße“ sagt der Mann hinter mir sitzt. Nicht Thomas!

Plötzlich sagt Thomas „Wir wollen seine Mutter kennen lernen!“
Der junge Mann wird ruhig und nachdenklich und sagt mit einer etwas zitternden Stimme:“ „Ich fühle mich jetzt etwas unwohl hier!“ und schaut mich an.
Ich reagiere nicht, da ich nicht weiß ob sie zusammengehören und wie sie zueiander stehen.
Thomas sagt: „Ehrlich?, nein, brauchst du nicht!“
Die drei unterhalten sich, so vertraut. Und doch irgendwie spüre ich, dass es dem jungen Mann nicht recht ist. Einen kurzen Augenblick überlege ich anzuhalten und mich einzubringen. Lass es aber. Manchmal ist es besser die Klappe zu halten, dachte ich mir.

Ich biege in die Carl-Schmincke Straße ein.
„Wo fahren Sie hin?“ fragt jetzt der Nicht-Thomas.
„In den Blaubeurer Weg!“
„Doch nicht so!“ schreit er mich an.
„Wollen Sie in den Blaubeurer Weg, ja oder nein! Ich möchte dort hin.“
„Ja“ antworter er mir.
Ich nehme wieder diesen Anflug von Arroganz in seiner Stimme wahr.
Ich halte an. „Also, ich auch. Und wie würden SIe fahren?“ frage ich ihn.
„Keine AHnung, hinten rum oder so. Aber nicht hierrum!“
„Ich kann auch hinten rum fahren. Nur das wird teuerer!“

Ich fahre weiter!

„Ich darf doch höflich nachfragen“ sagt er.
„Das dürfen Sie. Nur war das nicht höflich, sondern arrogant!“
„Das war nicht arrogant“ sagt er.
Ich reagiere nicht darauf.
„Doch, du warst arrogant“ sagt Thomas.

Das konnte er wohl nicht verkraften und sagt mir: „Wissen Sie wer ich bin?“
„Nein, weiß ich nicht“ antworte ich ihm.
„Rufen Sie ihren Chef an“ und fragen Sie ihn wie oft ich mit ihm fahre. Wissen Sie wievielGeld sie an mir verdient haben?“
„Mein Chef ist im Urluab. Im Moment sitzen Sie in meinem Auto, sind mein Gast und ich entscheide ob ich sie transportiere oder nicht!“

Ich halte an und sage: „Raus, alle drei. Jetzt!“

Der junge Mann, der bis dato kein einziges Wort gesagt hat, schaut mich an: „Alle drei?“
„Ja, alle drei JETZT! Ihr braucht nix zu bezahlen. Aber raus!“

„Bitte“ sagt der Junge „ich muss nach Hause!“

In seiner Stimme nehme ich Angst wahr. Schau ihn an, schau nach hinten und entschließe mich weiter zu fahren.

Plötzlich schlägt der Nicht-Thomas auf den Vordersitz und schreit „Halt an du Wichser. Der Junge bleibt drin. Wir klären das draußen. Mann gegen Mann. Und dann wollen wir sehen wer du bist!“.

Offensichtlich kommt der Alkohol nun zu Tage. Er wird aggressiv und schreit.
Ich halte an und schrei zurück: „Raus, jetzt. Ohne Diskussion. Raus aus meinem Taxi!“

Er denkt gar nicht daran. Und wird immer lauter. Ich drücke auf den Panikknopf. Und eine sehr lauter Ton ertönt. Nachts um 1:30. Der Mann steigt aus. Ich lasse den Ton weiter laufen.

Thomas meldet sich plötzlich und sagt: „Mach das aus Mann. Ich werde auch aussteigen und mit ihm laufen. Aber mach das aus.“
„Das mache ich erst aus, wenn du auch aussteigst.“
Der Mann steigt aus und geht zu seinem Kumpel und geigt ihm seine Meinung.
Ich mache den Ton aus und fahre weiter.

„Ich frage mich gerade ob ich 16 bin oder dieda?“ sagt der junge Mann.

„Wie kommst du denn zu denen“ frage ich ihn.
„Die gehören nicht zu mir“ sagt er.
„Wie, die gehören nicht zu dir?“
„Ja, ich habe das Taxi bestellt und bin raus, damit die mein Taxi nicht nehmen.
Die haben mich und meinen Freund schon im McDonalds belästigt. Sie wollten uns schlagen und der eine hat den Glatzkopf davon abgehalten!“

„Und wieso steigen die mit dir ins Taxi ein?“
„Naja, die haben gesagt wir fahren zusammen und teilen uns das! Und ich habe mich nicht getraut etwas dagegen zu sagen!“

„Gibst Du mir bitte deinen Namen und vllt. deine Handynummer. Falls was kommt, dann würde ich dich gerne als Zeugen haben. Geht das in Ordnung?“

„Ja“ sagt der junge Mann. „Ich würde gerne gegen die aussagen. Solche Idioten“.

Wir sind angekommen!

„Du brauchst nix zu bezahlen“ sage ich dem jungen Mann.
„Ehrlich?“
„Ja, ehrlich. Gute Nacht“

„Gute Nacht“

(c) georg mouratidis

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Ein Gedanke zu „Die drei von der Tankstelle…

  1. Hier passt glaube ich dieses Zitat gut:

    „Starke Menschen bleiben ihrer Natur treu, mag das Schicksal sie auch in schlechte Lebenslagen bringen, ihr Charakter bleibt fest, und ihr Sinn wird niemals schwanken. Über solche Menschen kann das Schicksal keine Gewalt bekommen.“
    Niccolò Machiavelli

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