Polytoxikomanie

Dieses Wort habe ich gestern zum ersten Mal in meinem Leben gehört!

Doch eins nach dem anderen!

Ich fahre zum Krankenhaus jemanden abholen. Als ich ankomme sehe ich eine sehr schlanke Frau aufstehen und zu meinem Taxi kommen. Sie torkelt, tägt eine sehr große Tasche um die Schulter und ruft jemandem „Danke für deine Wünsche“ zu.

Ich steige aus um den Kofferraum zu öffnen. Sehe, dass diese Frau sehr stark angetrunken ist. Sie kann ihre Tasche kaum tragen. Nun, zugegeben, mir gehen schon Gedanken durch den Kopf. Sowas wie: „Wie kann man so zu sein!“. Ich bemerke, dass diese Frau sehr schlecht laufen kann. Ich habe im Fernsehen, schon ene Zeitlupe gesehen, aber diese Frau torkelt noch langsamer. Ich nehme an ihrer Hand eine sehr große Wunde und eine Naht. Ihr Auge ist blauf angeschwollen.

Sie versucht sich ins Auto zu setzen. Ich versuche zu helfen wo ich nur kann. Es dauert eine Weile bis sie drin ist. Ich laufe um das Auto herum um mich hineinzusetzen. Ich setze mich rein und schnall mich an. „Wo darf ich Sie hinfahren“ frage ich. „Zur Postbank bitte, ich brauche Geld sonst kann ich Sie nicht bezahlen!“. Die Frau zieht ihren Gurt und sagt: „Ich brauche Ihre Hilfe, alleine schaffe ich das nicht!“

Ich frage ob ich um Sie griefen darf, sie bejaht es und ich schnalle die Frau an. Sie bedankt sich und spricht so vor sich hin: „Dann fahren wir zum Einkaufen und dann nach Hause!“. „Wo wäre das?“ frage ich sie. „Ich weiß nicht wie Strasse heißt, aber ich kann es Ihnen zeigen!“
„Ok“ sage ich und fahre los.

„Ich kann mich selbst nicht anschnallen“ sagt sie, „weil mir alles wehtut!“.

„Was ist denn passiert“ frage ich sie.

„Ich bin verprügelt worden“ sagt sie und zeigt auf ihre Hand die die Wunde hat die ich vorhin bemerkt habe. „Das ist ein menschlicher Biss“ sagt sie. „Ich bin gebissen worden, in den Magen gertreten. Heute war ich in der Röhre um meine Wirbelsäule zu untersuchen!“ Und sie erzählt mir alles was passiert ist.

Ich bin entsetzt, erstens über die Geschichte und zweitens, dass das Krankenhaus sie entlässt und dorthin zurückschikckt wo es passiert ist. Also frage ich sehr aufgeregt:“ Und sie schicken Sie dorthin wieder zurück?“

„Ja“ sagt Sie, „da muss ich halt selber mit klar kommen. Die haben mir zwei Nummern vom Frauenhaus gegeben und ich muss halt dort anrufen!“

„Wer hat sie denn geschlagen?“ frage ich sie.
„Fabio“ sagt Sie „ein riesen großer Kerl. Ich habe doch gegen den keine Chance!“. In dem Moment fahren wir an ihrer Wohnung vorbei und sie sagt:“Hier wohne ich. hier muss ich nachher hin!“.

Wir fahren weiter zur Postbank!

Da ich weiß welche Menschen dort wohnen frage ich“: War er betrunken?“
„Ja“ sagt sie. „Ich bin auch eine Trinkerin!“

Wir sind an der Postbank angekommen. Ich sage ihr, dass ich wenden werde und sie solange ja ihr Geld holen kann. „Bleiben Sie bitte sitzen“ sage ich, „ich werde ihnen die Tür öffnen“. Ich laufe um das Auto herum, sie schaut mich an und sagt:“ Können Sie das bitte für mich machen? Bitte!“ und sie nennt mir ihre PIN-Nummer. „Ich möchte da nicht, bitte gehen Sie selber und holen sich das Geld.“

Währenddessen steigt si eganz langsam aus. Ich bin sehr angespannt und richtig traurig das zu sehen.
„Bitte nicht wegfahren . BITTE.“
„Keine Angst“ sage ich, „ich wende und warte auf Sie!“
„DANKE“ sagt sie mit einem Seufzen in Ihtrer Stimme und läuft wieder „in Zeitlupe“ zur Bank.
Ich wende und möchte eigentlich warten. Ich stelle den Motor ab und laufe in die Bank.

„Ich bin gekommen, dass Sie sehen, dass ich auf Sie warten werde!“
„Danke“ sagt sie ganz erleichtert und gibt mir die 50 Euro in die Hand. Ohne ein Wort zu sagen. Ich stecke sie in die Tasche und laufe ganz langsam neben ihr mit.

„Und jetzt bitte nach Hause!“
„Sie wollten noch einkaufen gehen?“
„Nein“ sagt Sie und winkt ab.
„Oder doch, fahren wir Wodka holen und dann nach Hause“ sagt Sie.
„Heute doch nicht mehr, oder?“
„Doch“ sagt sie „ich brauch das“.
„Ok, wohin?“
„Wo Sie wollen?“
„Oh, ich trinke keinen Alkohol deswegen weiß ich das nicht wo man Wodka kaufen kann! Zu REWE oder Tankstelle?“ Fahren wir zur Tankstelle?“
„Dort ist es teuerer aber ok. Fahren wir dort wo es für Sie besser ist!“
„Wie gesagt, ich trinke keinen Alkohol, deswegen frage ich!“
„Sein Sie froh, dass Sie kein Polytoxikomane sind“ sagt sie.
„Was ist denn das?“ frage ich.
Sie erzählt mir ganz genau was das ist und welche Substanzen sie braucht.
„Wie sind Sie denn dazu gekommen Mensch?“ frage ich.
„Seit meinem 18 Lebensjahr. Bin an die falschen Leute geraten!“
„Und wie alt sind Sie?“
„Vierzig!“
Wir fahren zur Tankstelle.
„Bitte, das musst du für mich machen. Ich brauche Wodka. Und einen Zitronentee. Und Zigaretten!“
„Welche Zigaretten?“
„LM die billigen!“

Ich habe ja die fünfzig Euro in der Tasche. Ich laufe rein und kaufe alles was sie mir aufgetragen hat.

Zurück zum Auto. Ich stelle die Sachen hinter dem Beifrahrersitz auf den Boden und setz mich rein.

„Sie bekommen das Geld nachher wenn wir angekommen sind, ok?“

„Ja“ sagt sie und bedankt sich. Sie bedankt sich sehr oft.

„Mensch, das nimmt mich jetzt sehr mit was du mir da erzählt hast. Und ich fahre dich jetzt auch noch dort wo es passiert ist!“

„Ich habe ja die zwei Nummern“

„Wie heißt du?“

„Anja“

„Ich heiße Georg!“

„Hallo Georg“ sagt Sie.

„Hallo Anja!“

„Anja, versprich mir, dass du die Nummern anrufst, ok?“

„Ja“ sagt Sie. „Ich verspreches es!“

„Gib mir deine Hand drauf Anja“ sage ich

„Sie gibt mir ihre Hand und sagt:“ Ich gebe dir meine Hand drauf!“

„Wer hat dich denn so zugerichtet?“ frage ich nochmal.
„Ja, Fabio. der hat mich erpresst und wollte Geld. Ich war ncihtmehr bereit zu bezahlen und so hat er mich verprügelt. Schin zum dritten Mal.“

„Schzugeld oder was?“ frage ich erstaunt.

„Ja, so ähnlich, ja wenn du das so willst, Schutzgelder!“

Wir fahren weiter zu ihr nach Hause. Plötzlich schaut sie zum Himmel hoch und sagt:“Schau mal die Farben Georg, ist das nicht wurndervoll?“. Diese Frau freut sich wie ein kleines Kind über dieses Farbenspiel. „Oh mein Gott ist das wunderbar. Oh Gott, du bist ein wahrer Künstler“ sagt sie und ich nehme eine sehr große Freude in ihrer Stimme wahr.

Wir kommen an, ich sage ihr:“ Ich bekomme 15 Euro von dir Anja“
„Nimm es dir“ sagt sie.

„Ich gebe ihr erst das ganze Restgeld und nehme mir dann einen 20 Euroschein. „Du bekommst noch fünf Euro zurpck“ sage ich ihr. „Gib mir drei“ sagt Sie „ich bin sowieso pleite“

„Ich möchte das nicht annehmen Anja. Ich weiß, dass du das gerne tust. Ich möchte dass du es behälst. Ok? Mir geht es gut und du brauchst das dringender als ich!“

Sie nimmt das Geld und bedankt sich bei mir.

Wir steigen aus udn ich möchte ihr helfen das Gepäck um die Schulter zu tujn. Doch da kam ein Mitbewohner und nahm die Tasche. Er hatte einen Hund dabei, einen sehr kleinen Hund. „Schau mal Georg, das ist chicki“ sagt sie und freut sich über diesen kleinen Hund.

„Du hast mir was versprochen, gell!“ sage ich.
„Ja“ sagt sie „ich gehe jetzt rein und rufe das Frauenhaus an!“

„Ok“ sage ich setz mich ins Auto und fahre weg.

(c) georg mouratidis

Habt ihr auch Geschichten die ihr im Taxi erlebt habt? 
Wollt ihr sie hier veröffnetlichen?
Egal ob Taxifahrer oder Taxigast!
Schickt sie mir an georg.mouratidis@seiderdubist.de


Polytoxikomanie
Multipler Substanzgebrauch
ist laut ICD-10 eine Form des Drogenkonsums, bei welcher zwei oder drei psychotrope Substanzen zu sich genommen werden und keine Substanz für sich allein den Konsum dominiert bzw. nur eine oder keine der Substanzen bekannt ist. Gleichzeitig wird damit noch keine Aussage über das Vorhandensein oder das Ausmaß gesundheitlicher Störungen bzw. ein spezifisches klinisches Erscheinungsbild getroffen. Bezüglich Klassifizierung der möglichen Störungen nach ICD-10.

„Multipler Substanzgebrauch liegt dann vor, wenn die Substanzaufnahme chaotisch und wahllos erfolgt , ohne dass ein bestimmter Stoff oder eine bestimmte Substanzgruppe vorherrscht.“
Quelle: wikipedia

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