Nein, nur bei den sympatischen!

Ich fahre zur Bahnhofstraße. Ganz oben, Nummer fünf.

Eine ältere Frau steigt ein, nennt mir ihre Adresse und bittet mich sie nach Renningen zu fahren.
„Ich überlege gerade ob ich über Rutesheim oder hinten rum direkt nach Renningen fahre. Können Sie mir bitte sagen wo diese Strasse ist?“

„Fahren Sie über Rutesheim. Ich wohne in der Richtung! Ich fahre auch über Rutesheim.“

„Ok, danke!“

„Es ist ja kompliziert mit dem AUto hierher zu fahren. Du findest ja keinen Parkplatz hier!“
„Ja, das ist schwer hier einen zu finden!“

„Meine Tochter hat mich hierher gefahren, hintenrum über Ezach und durch ganz Leonberg. Das ist ja sowas von umständlich und vermutlich weiter!“

„Das nächste Mal fahre ich mit dem Fahrrad“ sagt sie.

„Oder laufen“ sage ich und lache.

Sie lacht mit und sagt: „Ja, das kann ich auch machen. Wissen SIe was? Ich mache das, das nächste Mal!“

Ich bin echt verwundert, dass sie tatsächlich mit dem Fahrrad fahren oder gar zu Fuß laufen möchte und frage Sie: „Darf ich frgen wie jung sie sind?“

„Jung?!“ sagt sie und lacht.

„Ich bin alt und damit hat sichs!“

„Oh ok“ sage ich „ist das ein Geheimnis?“

Stille!

„Ich bin 87. So und damit hat sichs.Nicht mehr und nicht weniger.“

Ich reagiere darauf nicht, denn ich vermutete, dass es ihr irgendwie nicht recht warmir ihr Alter zu verraten.

Wir sind angekommen. Sie bezahlt und steigt aus.

Ich höre ber die Tür nicht zugehen.
Plötzlich fragt sie micht:“Wieso wollten Sie wissen wie alt ich bin?“
Ich zucke mit den Schultern als wöllte ich sage: „EInfach so!“

Ich komme nicht dazu etwas zu sagen. Nächste Frage hinterher:“ Fragen Sie jeden nach seinem Alter?“

„Nein, nur bei den sympatischen“ sage ich und beobachte ihr Gesicht.

Ich bin mir sicher, dass sie diese Antwort nicht erwartet hatte, denn irgendwie machte sie den Eindrcuk als hätte sie schon eine Antwort parat bevor ich überhaupt antworte. Sie hat auch Anlauf genommen mir zu antworten, als sie plötzlich innehielt – vermutlich hat das Wort sympatisch nun ihren Thalamus erreicht – mich anschaut und lächelte. Sie sagte kein Wort, machte die Tür zu und ging davon.

Ich wendete mein Auto um wieder zurückzufahren. Sie schaute mich dann an, winkte mir zu und lächelte abermals.

Würde mich brennend interessieren was sie vorher gedacht hatte und was sie dachte als ich ihr das mit dem „sympatischen“ gesagt habe! Ich vermute es hat ihr wohl gefallen 🙂

(c) georg mouratidis

Habt ihr auch Geschichten die ihr im Taxi erlebt habt? 
Wollt ihr sie hier veröffnetlichen?
Egal ob Taxifahrer oder Taxigast!
Schickt sie mir an georg.mouratidis@seiderdubist.de
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Ein Gedanke zu „Nein, nur bei den sympatischen!

  1. Die Stärke des Irrtums und der Lüge liegt gerade darin, dass sie ebenso klar sein können wie Wahrheiten; weshalb das Falsche ebenso einleuchtend sein mag wie das Richtige.
    Ludwig Marcuse

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