Geisterfahrer

00:15
Ich fahre von Warmbronn auf die B295 nach Leonberg. Ziehe sofort auf die linke Seite – da ich weiter unten eh nach links abbiegen werde – und beschleunige schnell auf 100.

Plötzlich – ich traue meinen Augen nicht – sind das wirklich zwei Scheinwerfer die auf mich zukommen?
In der Tat – zwei Scheinwerfer die mich blenden –
Ich bin immer noch irritiert; „Das kann doch nicht sein“ denke ich mir und geistesgegenwärtig oder vllt. auch instinktiv ziehe ich auf die rechte Seite.
Hupe um den „Geisterfahrer“ aufzuwecken 😉
Doch der fährt unbeirrt weiter.

Ich wähle 110 – denn dieser Mensch wird keine Chance haben rauszufahren bis fast nach Renningen rein.

Ich melde es, der Beamte nimmt auf und als er mich fragt wie ich heiße, sage ich: „Was wenn ich meinen Namen nicht nennen möchte?“

„Ach, Sie wollen anonym einen Geisterfahrer melden“ lacht mit einer Ironie und legt auf.

Ich war baff. Ich melde einen Geisterfahrer und er legt auf. Wo sind wir eigentlich denke ich mir und bin jetzt mehr über diesen „Scheiss—-“ verärgert als über den Geisterfahrer.

Der könnte jetzt einen Unfall verursachen und dieser A.sch legt auf?

Ich fahre zum Taxistand und „muss“ es meinen Kollegen erzählen. Da klingelt plötzlich mein Handy.

„Ja bitte“
„Hier das Polizeirevier Leonberg. Haben SIe den Geisterfahrer gemeldet?“
„Ja, habe ich. Ich bin überrscht, dass Sie mich dann doch anrufen?““Wieso sind Sie überrascht?“
„Weil ich nicht gedacht hätte, dass der es aufnimmt! Weil er aufgelegt hat nachdem ich meinen Namen nicht sagen wollte!“
„Ja, Sie sind halt Zeuge. Sie haben das gesehen!“
„Wir unterhalten uns hier über meinen Namen während der Fahrer einen Unfall verursachen kann. Ist das Ihr Ernst?“
„Das Auto (die Kollegen) ist unterwegs“
„Ok, das tut gut zu hören. Ich möchte Ihnen meinen Namen nicht nennen!“
„Wissen Sie, wir haben doch Ihre Handynummer. Wir finden doch ihren Namen!“
„Und weshalb unterhaltne wir uns dann noch über meinen Namen?“
„Haben Sie ein Auto gesehen?“
„Na klar. Hab ich doch gerade gemeldet“
„Ich meinen einen Typen. Konnten Sie sehen was das für ein Auto war?“
„Nein, es hat mich geblendet. Ich fuhr mit 100 und war froh ausweichen zu können!“
„Nichts, ger nichts?“
„Nein, nichts. Gar nichts!
„Ok, danke“
„Bitte!“

(c) georg mouratidis 
Habt ihr auch Geschichten die ihr im Taxi erlebt habt? 
Wollt ihr sie auch auf taxiaffair.wordpress.com veröffentlichen? 
Egal ob Taxifahrer oder Taxigast! 
Schickt sie mir an georg.mouratidis@seiderdubist.de
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Ein Gedanke zu „Geisterfahrer

  1. „Manches Vergnügen besteht darin, daß man mit Vergnügen darauf verzichtet.“

    Peter Rosegger (1843-1918), östr. Schriftsteller

    Auf einen Geisterfahrer kann man auch mit Vergnügen verzichten und auf einen solchen Polizisten wohl auch!

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