Des Teufels Advokat

Ich hole einen Gast bei der Fa. L….

Er möchte zum Flughafen. Er steigt hinten ein und schnallt sich sofort an.

„Hört das Gebimmel auch mal auf.“ fragt er mich. Er mient das Gebimmel des Sicherheitsgurtes.

„Ja“ sage ich. „In ca. Einer Minute!“
„Schnallen Sie sich nicht an?“ fragt er mich.
„Nein“ sage ich. „Als Taxifahrer muss ich mich nicht anschnallen sobald ein Gast bei mir einsteigt!“
„Wirklich?“ fragt er mich.
„Ja“ sage ich. Und ich erkläre ihm auch den Grund. Oder eben die Gesetzeslage.
„Ich wundere mich wirklich“ sagt er „dass Taxifahrer sich nicht anschnallen. Hatten Sie schon mal einen Unfall?“ fragt er mich.
„Ja!“ antworte ich.
„Ich meine, so mit richtig schwerem Ausgang?“
„Nein“ antworte ich.
„Darf ich ihnen meine persönliche Geschichte erzählen?“
„Klar, bitte schön.“

Er erzählt mir über seine persönliche Geschichte und gibt mir zu verstehen, dass er nur deswegen überlebt hat, weil er angeschnallt war.

Ich höre ihm geduldig zu und antworte ihm:“ Ich persönlich bin der Ansicht, dass ich selbst entscheiden möchte ob ich mich anschnallen möchte oder nicht. Ich gefährde dabeinur mich selbst. Ich kann es nachvollziehen, wenn ich rase oder mit dem Handy telefoniere doch nicht beim Anschnallen!“

„Sie sind gesetzlich Kranken versichert?“ fragt er mich.
„Ja, das bin ich!“
„Da haben Sie den Grund!“
„Das hat meiner Ansicht nach nichts miteinander zu tun,wenn ich es losgelöst betrachte.“
„Lassen Sie mich mal des Teufels Advokat spielen“ sagt er und erzählt mir seine Sicht der Dinge. Ab und an stimmt er mit mir überein. Manchmal nehme ich auch seine Begründung an.

Und so unterhalten wir uns bis zum Flughafen.

Am Ziel angekommen bezahlt er. Und während ich ihm seine Quittung ausstelle, sage ich:“ Vielen Dank für das angenehme Gespräch. Es hat mir sehr gut gefallen!“

„Ja, mir auch. Ich hoffe, dass ihr Chef mir dann Sie schickt, wenn ich wieder ein Taxi brauche!“
„Oh“ sage ich „sagen Sie einfach, dass Sie mich – Georg – möchten. Oder soll ich Ihnen meine Karte geben?“

„Oh die habe ich!“ sagt er.

„Ich meinte die private!“
„Ja, die habe ich. Sie sind der mit der Gewaltfreien Kommunikation!“

Na das hat mir aber gefallen. Er hat meine Karte noch!

(c) georg mouratidis 
Habt ihr auch Geschichten die ihr im Taxi erlebt habt? 
Wollt ihr sie auch auf taxiaffair.wordpress.com veröffentlichen? 
Egal ob Taxifahrer oder Taxigast! 
Schickt sie mir an georg.mouratidis@seiderdubist.de
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