Chaotische Ordnung

„Na, Wohnung aufgeräumt?“ frage ich den den Gast der mir vor ein paar Tagen gesagt hat, dass seine Wohnung nicht aufgeräumt ist.

„Nein, hör mir bloß auf damit. Ich habe meine chaotische Ordnung und das reicht mir. Als Junge musste ich mein Zimmer aufräumen, Geschirr abwaschen und abtrocknen. Andere Kinder haben gespielt und ich musste Ordnung halten.Ich habe die Schnauze voll von dieser Ordnung. Ich habe meine chaotische Ordnung und das reicht. Wenn es mich überkommt, dann putze ich – für zehn Minuten – und dann reicht es. Ich habe schlimmere Wohnungen gesehen. Auch bei Frauen. Nein, das reicht so!“

Stille. Ich höre ihn sehr schwer atmen.

„Du atmest ganz schön schwer“ sage ich zu ihm.

„Hab ja auch einiges drin. Ich werde es mir jetzt gemütlich zu Hause machen. Auf der Couch mit einer Flasche Schnaps oder Bier und dann lass ich es mir gut gehen. Scheiß auf die Ordnung! Gute Nacht und noch einen angenehmen Abend“.

„Danke, dir auch!“

(c) georg mouratidis
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