Er denkt gar nicht daran!

“Georg, fahr mal in die Rut…..16. Da will jemand nach W….n.”

Ich fahre an die Rut….16. Der Gast – auf zwei Krücken – kommt mir ganz langsam entgegen. Ich kenne ihn. Er kann nicht schnell laufen. Ich steige aus, laufe um das Auto herum um ihm die Tür zu öffnen. Und dann sehe ich es. Seine Hose ist naß. Er hat in die Hose gepinkelt. Ich sage ihm, dass ich ihn nicht mitnehmen werde. Er fängt an zu schrein. Ich mache ihm ganz ruhig klar, dass ich ihn nicht mit nehmen werde.

“Ich habe dir letztes Mal gesagt, dass ich dich nicht mitnehme, wenn du verpinkelt bist.”
Er schreit: “Ich bin nicht verpinkelt! Wo, denn?”

Ich schließe die Tür wieder und laufe um mein Auto um wegzufahren. Er schreit weiter hinter mir her.

Er öffnet die Tür und schmeißt seine Krücken rein. “Du fährst mich jetzt nach W…n.”

“Das werde ich nicht tun.” antworte ich ihm.

“Ich bin nicht verpinkelt!” sagt er immer und immer wieder.

Für einen Moment werde ich schwach, doch dann kommt mir der Geruch von Urin in die Nase. Und da konnte ich nicht anders. “Ich bitte dich auszusteigen” sage ich ihm. Er denkt gar nicht daran.

Der Geruch wird unerträglich. Ich rufe die Zentrale an und sage ihr was vorgefallen ist und frage um Rat.

Die Zentrale fragt mich, ob er ein paar Handtücher dabei hat und diese auf den Sitz legen kann. Ich verneine diese Frage und zudem sage ich, dass der einfach nach Urin “stinkt”.

“Dann fahre ihn nicht!” sagt die Zentrale.

Ich sage dem Gast was die Zentrale gesagt hat und bitte ihn – immer noch ganz ruhig – auszusteigen.

Er denkt gar nicht daran!

“Es gibt nur noch eine Möglichkeit” sage ich zu ihm, “wenn du nicht aussteigst. Ich rufe die Polizei an!”

“Dann ruf doch die Polizei an”, sagt er.

Ich rufe 110 an und erkläre die Situation. Der freundliche Herr am anderen Ende teilt mir mit, dass er das weitergibt an das Revier. Ich bedanke mich und lege auf.

“Die Polizei kommt gleich” sage ich ihm. Du kannst jetzt entweder aussteigen oder warten bis die Polizei dir dabei hilft.”

“Dann ruf mir ein anderes Taxi an!” sagt er.
“Das mache nich nicht. Wer soll den kommen, mein anderer Kollege? Soll der dich verpinkelt wie du bist nach Hause fahren, etwa? Also, wie entscheidest du dich?”

Er ruft sich, in meinem Taxi noch sitzend, selbst ein Taxi.

Nach großem Trara steigt er dann nun endlich aus und ich kann wieder weiterfahren.

Auf dem Rückweg habe ich bei der Polizei angerufen und ihnen mitgeteilt, dass der Herr ausgestiegen ist und ich weitergefahren bin.

PS: Ich bin echt gespannt,was ich alles noch so erleben werde. Als Taxifahrer ;)

(c) georg mouratidis

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